Anti-Gewalt-Training III

Anti – Gewalt – Training in der tertiären Prävention (AGT3)
Teilnehmer am AGT3, sind bereits durch Gewalthandlungen aufgefallen. Hinter der abgelaufenen Gewalttätigkeit stehen bestimmte Verhaltensweisen und Einstellungen, die eine weitere Gewalttätigkeit wahrscheinlich macht.
Ziel einer Maßnahme muss daher die Bearbeitung der Tat und deren Folgen sein, die Verdeutlichung von Regeln und Normen und die Verbesserung der sozialen Kompetenz (die meisten Gewalttäter haben Schwierigkeiten sich auszudrücken und ein geringes Selbstbewusstsein). Das Anti Gewalt Training umfasst daher neben den Methoden zur Bearbeitung der Tat und deren Folgen, Methoden und Übungen aus der primären und sekundären Prävention.

Ablauf
1. Kontaktaufnahme
• Vorgespräch
• Vertrag über die Teilnahme am AGT
• Schweigepflichtentbindung der Trainer gegenüber den zuweisenden Personen
• Einwilligungserklärung über die begrenzte Weitergabe von bestimmten Daten
2. Gruppenfindung und inhaltlicher Einstieg
• Rahmenbedingungen (Regeln)
• sich kennen Lernen
• die eigenen Taten vorstellen
• erlebnispädagogische Einheit
• Verhaltensmodelle (AB-Modell, Verhalten fängt im Kopf an, Statuswippe, …
3. Bekämpfung von Realitätsleugnung und Entwicklung von Empathie
• Biographische Arbeit: „Fluss des Lebens“ oder „Lebensdiagramm“
• erlebnispädagogische Spiele insbesondere zu Nähe und Distanz
• falls möglich einen „heißen Stuhl“ für jeden Teilnehmer:
o Konfrontation mit Tat und deren Folgen
o Aufdecken von Lernerfahrungen im Umgang mit Gewalt
4. Selbstbildkorrektur und Verhaltensalternativen
• neues Selbstbild als Mann (ohne Gewalt)
• Rollenspiele mit Videoauswertung: konstruktives Vertreten eigener Interessen
• erlebnispädagogische Einheit (Belohnung !)
5. Sicherung
• die weiteren Erfahrungen besprechen, Übungen zur Auffrischung

Ein AGT 3 umfasst mindestens 24 Treffen zu je 3 Stunden mit einer abschließenden Einschätzung des jeweiligen Teilnehmers in schriftlicher Form.